Fahrantrieb

Bei Flurförderzeugen kennt man die folgenden Arten des Fahrantriebs, auch Antriebsarten genannt:

Handbetrieb

können haben: Hubwagen, Gabelhubwagen, Hochhubwagen, Gabelhochhubwagen, Spreizenstapler. Handbetrieb eignet sich nur für leichteres Transportgut, da der menschlichen Kraft eine Grenze gesetzt ist.

Elektrischer Antrieb

Netzstromantrieb: Ein geringerer Teil der Flurförderzeuge hat netzelektrischen Antrieb. Dies ist aber nur dort möglich, wo der Aktionsradius der Fahrzeuge sehr klein ist. Neben Hochhubwagen, Spreizenstaplern und Gabelhochhubwagen sind Elektrogabelstapler bekannt, bei denen die Stromzufuhr über das Stromnetz erfolgt.

Gleichstromantrieb: Etwa 60 Prozent aller Flurförderzeuge waren in Europa 1980 mit batterieelektrischem Antrieb ausgerüstet. Elektro-Flurförderzeuge arbeiten abgasfrei und mit niedrigem Geräuschpegel. Sie werden dort eingesetzt, wo diese Vorteile ausschlaggebend sind, wie in geschlossenen Hallen oder dort, wo Umweltschutzvorschriften den Einsatz von verbrennungsmotorischen Geräten verbieten - Elektromotor Drehstromantrieb: Elektro-Flurförderzeuge werden üblicherweise von Gleichstrommotoren mit Gleichstrom aus den Antriebsbatterien angetrieben. Gleichstrommotoren sind nicht besonders gut regelbar und brauchen relativ häufig Wartung (Kohlebürstenaustausch). Wechselstrommotoren, die praktisch wartungsfrei sind, sich besser regeln lassen, benötigen aber Wechselstrom, den Batterien nicht zur Verfügung stellen können. Mit elektronischen Geräten, dem Zerhacker ähnlich, lässt sich Batteriestrom in Wechsel beziehungsweise Drehstrom umwandeln. Mit diesen elektronischen Modulen können auch Flurförderzeuge die Vorteile des Drehstromantriebes nutzen: Hohes Drehmoment schon bei geringer Drehzahl. Flurförderzeuge mit Drehstromantrieb sind daher denen mit Gleichstrommotorantrieb leistungsmäßig etwas überlegen. Bessere Regelbarkeit des Antriebs ermöglicht sehr feinfühliges Fahren. Richtungsänderungen sind deutlich weicher. Die Energierückgewinnung beim Bremsen ist wesentlich effektiver als beim Gleichstromantrieb. Die verbesserte Energierückgewinnung erlaubt die Verwendung kleiner Batterien, was zum einen die Batteriekosten senkt und zum andern kompaktere Bauweise der Fahrzeuge ermöglicht. Gemischter Antrieb: Aus Kostengründen werden verschiedene Elektro-Flurförderzeuge mit ‚gemischtem Antrieb‘ gebaut. So gibt es Gabelhubwagen mit elektrischem Fahrantrieb und manueller Hubbetätigung oder Handstapler, die manuell verfahrbar, aber mit elektrisch angetriebenem Hub ausgerüstet sind.

Dieselantrieb

Dies ist die häufigste Art der verbrennungsmotorischen Flurförderzeuge in Europa. Der Dieselantrieb ist gleichfalls nur bei Gegengewichts, Querstaplern und Industrieschleppern anzutreffen, so wie dies bei den anderen verbrennungsmotorischen Flurförderzeugen der Fall ist. Benzinantrieb findet nur bei Gegengewichts, Quergabelstaplern und Industrieschleppern Anwendung.

Benzinantrieb

In Deutschland ist der Benzinantrieb äußerst selten. Benzingeräte werden meist als Treibgasgeräte betrieben.

Treibgasantrieb

Treibgasgeräte findet man, wie unter Benzinantrieb gesagt, meist als Gegengewichtstapler, Quergabelstapler und Industrieschlepper. Man beachte, dass Treibgasgeräte nicht in Räumen unter Flur (Kellerräumen und dergleichen) eingesetzt werden dürfen. Treibgasantrieb überwiegt bei verbrennungsmotorischen Geräten die in den USA laufen _ Flüssiggas

Erdgasantrieb

Seit etwa 1990 werden in den USA und Europa auch Gabelstapler mit Erdgasantrieb angeboten. Nach Angaben der Anbieter sind bei den erdgasbetriebenen Staplern gegenüber den diesel- und treibgasangetriebenen die Emissionswerte besser. Außerdem sollen die Geruchsbelästigung geringer, die Betriebskosten niedriger sein. In Westeuropa haben Erdgasstapler – zumindest vorerst – kaum eine Chance. Es fehlen die öffentlichen und betrieblichen Tankanlagen oder wie in einigen arabischen und amerikanischen Ländern, das ausgebaute Erdgasverteilernetz. Rußland setzt als erdgasproduzierende Region ebenfalls Erdgasstapler ein.

Hybridantrieb

Prinzipiell handelt es sich um die Kombination verschiedener Antriebsarten. Flurförderzeuge, die beispielsweise während der Fahrt von batterieelektrischen auf dieselelektrischen Antrieb umgeschaltet werden sollen, müssen mit einem Hybridantrieb ausgerüstet sein. Üblich sind Schlepper, die mit Elektroantrieb in der Halle, mit Dieselantrieb im Freien fahren. Der nötige Fahrstrom wird während der Fahrt mit dem Verbrennungsmotor erzeugt und in die Antriebsbatterie geladen (auch das Nachladen der Batterie an der Ladestation ist möglich). Auch fahrerlose Schlepper, die jedoch nach dem Prinzip des Umschaltens von Elektroantrieb (in den Hallen) auf Dieselantrieb (außerhalb der Hallen) funktionieren, werden gebaut. Daneben gibt es auch Elektrofahrzeuge, die im Lager den Strom aus dem Netz über eine Stromschiene und einen Stromabnehmer und im Lagervorfeld aus einer Antriebsbatterie beziehen.

Dieselelektrischer Fahrantrieb

Bei diesem Fahrantrieb treibt ein Dieselmotor einen Generator an, der seinerseits ohne Zwischengetriebe den Fahr und Hubmotor betätigt. Nach diesem Prinzip wurden in der Nachkriegszeit sowohl in den USA als auch in Deutschland Gabelstapler gebaut, die aber damals auf dem Markt wenig erfolgreich waren und deren Fertigung daher eingestellt wurde. 1982 hat Still den Gedanken des dieselelektrischen Gabelstaplers wieder aufgegriffen und mit der inzwischen zur Verfügung stehenden Technik erfolgreich das Prinzip in einer seiner Baureihen angewandt. Für den Diesel-Elektro-Antrieb spricht die Einsparung von Energiekosten. Für die Steuerung der Elektroantriebe wird inzwischen auch die Impulssteuerung eingesetzt.