Verbrennungsmotorischer Gabelstapler

Fahrersitz-Gabelstapler mit Benzin (BFG), Diesel (DFG) und Treibgas (TFG) Motor. Der Vorteil der verbrennungsmotorischen Gabelstapler gegenüber den Elektrogabelstaplern ist, dass sie unproblematisch bei der Energieversorgung sind (Tanken ist einfacher als Batterienachladen, auch ist die Energiedichte im Treibstofftank größer als in der Antriebsbatterie).
Ihr Nachteil sind die Abgase, was ihre Verwendung in Hallen einschränkt oder ausschließt.
Während Elektrogabelstapler derzeit in Europa nur bis zu 16,0 Tonnen Tragfähigkeit gebaut werden, sind verbrennungsmotorische Gabelstapler bis 90 Tonnen Nenntragfähigkeit auf dem Markt. Die schweren Modelle bis 50 Tonnen Tragfähigkeit sind hauptsächlich im Containerumschlag eingesetzt Typenblatt.

Verbrennungsmotorischer Gabelstapler Verbrennungsmotorischer Gabelstapler. Bezeichnung der Hauptabmessungen Gegengewichtsstapler nach VDI 2198.

Motoren
In Europa überwiegt der Diesel- antrieb, gut vertreten ist auch der Treibgasantrieb; Benzingabelstapler sind kaum anzutreffen. Es handelt sich meist um wasser- oder luftgekühlte Industriemotoren beziehungsweise gedrosselte Pkw oder Lkw-Motoren, manchmal auch Turbomotoren. Gelegentlich werden in kleineren Gabelstaplern Dreizylindermotoren, in der Masse jedoch Vierzylinder-ausführungen, bei schweren Gabelstaplern auch Sechs, Acht und Zwölfzylindermotoren verwendet.
Neue Motorentypen, die für den Gabelstaplerbau besonders geeignet sind, sollen geräuscharm und energiesparend sein sowie niedrige Abgaswerte gewährleisten, was mitunter durch entsprechende Nachverbrennung erreicht wird. Es gibt Gabelstaplermotoren, die durch das Wechseln des Zylinderkopfes und einiger anderer Teile vom Diesel in einen Benzin (Treibgas) Motor und umgekehrt umgebaut werden können. Verschiedene Hersteller, Importeure und Händler bevorzugen dieses Prinzip wegen der geringeren Lagerhaltung.

Getriebe
Verbrennungsmotorische Gabel- stapler wurden lange Jahre nur mit mechanischen Schaltgetrieben gebaut, meist Zweigang, aber auch Dreiganggetrieben, ursprünglich nicht synchronisiert, später synchronisiert. Ölgekühlte Reibungs- oder Flüssigkeitskupplungen erleichtern das Kuppeln. Mechanische Schaltgetriebe sind heute kaum noch gefragt; sie werden allenfalls noch in Geländegabelstapler eingebaut. Üblicherweise werden die Fahrzeuge mit halb oder vollautomatischen, hydrodynamischen oder hydrostatischen Getrieben ausgerüstet (Drehmomentwandler).

Räder und Bereifung
Verbrennungsmotorische Gabel- stapler sind in der Regel als Vierradgabelstapler auf dem Markt, bei denen die lastseitig angeordneten Räder durch ein Differentialgetriebe angetrieben werden.
Hinterradantrieb wie bei ver- schiedenen Dreirad-Elektrogabel- staplern gibt es bei den verbrennungsmotorischen Gabel- staplern nicht.
Die Treibachse kann einfach oder zwillingsbereif sein; bei Gabelstaplern für den Containerumschlag werden auch Modelle mit sechsfach bereifter Treibachse eingesetzt.
Die Räder der verbrennungs- motorischen Gabelstapler können elastikbereift (cushionbereift), aber auch luftbereift sein. Cushionbereifte Geräte werden überwiegend in den USA verwendet. Sie haben den Nachteil kleiner Räder, geringer Bodenfreiheit und übertragen Erschütterungen auf unebener Fahrbahn stärker als luftbereifte Geräte, die allerdings aufgrund ihrer größeren Räder auch größere Arbeitsgänge beim Einstapeln benötigen. Luftreifen lassen sich jederzeit auf Vollgummireifen für mehrteilige Luftreifenfelgen umrüsten.
Superelastikreifen

Diesel-elektrische Gabelstapler
Diesel-elektrische Gabelstapler nach der Methode der dieselelektrischen Lokomotiven gab es schon in den 50er Jahren. Diese Geräte waren damals störanfällig; die damalige Elektrotechnik konnte noch keine zuverlässigen Bauteile liefern. Erst die moderne Halbleitertechnik (Elektronik) macht es möglich, Geräte zu bauen, die störungsfrei arbeiten. Das Prinzip ist einfach: Der Dieselmotor treibt den Generator (Lichtmaschine) an, der wiederum den Strom für die Fahr- und Hubmotoren liefert. Diese Geräte gibt es auch treibgaselektrisch. Sie werden heute bis zu 8,0 Tonnen Tragfähigkeit angeboten.

Fahrgeschwindigkeiten
Fahrgeschwindigkeiten von 20 bis 25 km/h sind üblich. Sie sollten im Hinblick auf eine eventuelle Zulassung zum öffentlichen Straßenverkehr nicht höher liegen als 25 km/h. Schwere Gabelstapler gibt es auch mit Fahrgeschwindigkeiten bis zu 50 km/h.
Die Hubgeschwindigkeiten haben sich gleichfalls nach oben entwickelt. 50 m/s sind keine Seltenheit und Spitzengeschwindigkeiten reichen bis 65 m/s mit und 70 m/s ohne Last.

Hubmaste
Freisichtmaste haben sich durchgesetzt. Duplex-, Triplex- und Quadruplexmaste sind weniger oft anzutreffen als bei Elektro- gabelstaplern.

Explosionsgeschützte Geräte
Verbrennungsmotorische Gabel- stapler sind auch als explosions- geschützte Geräte auf dem Markt.

Anbaugeräte
Verbrennungsmotorische Gabel- stapler sind besser für Anbaugeräte geeignet als Elektrogabelstapler, weil sie nicht vom begrenzten Energievorrat der Antriebsbatterie abhängig sind. Anbaugeräte wie Kranarme, Dorne, Schneepflüge, Kisten, Ballen, Stein, Rollenklammern und andere werden deshalb überwiegend an verbrennungs- motorisch angetriebenen Staplern eingesetzt.

Fahrerkabinen
Da Gabelstapler mit verbrennungs- motorischem Antrieb üblicherweise im Außenbereich eingesetzt werden, der Fahrer also den Witterungs- verhältnissen ausgesetzt ist, werden die Fahrzeuge mit Wetterschutz verdeck oder gar Fahrerkabinen ausgerüstet. Fahrerkabinen werden in Komfortausführungen mit Rundum- sicht, Scheibenwischer vorn und hinten, Kabinenheizung und Defroster, zum Teil auch Radio, geliefert.

Beleuchtung
Häufiger als Elektrogeräte sind verbrennungsmotorische Geräte mit Beleuchtung versehen, was durch den Außeneinsatz bedingt ist. Sofern die Geräte zum Verkehr auf öffentlichen Straßen zugelassen werden sollen, ist StVZO-Beleuchtung Vorschrift.